VIER JAHRE NACH BAYERN-HYPE: WAR DAS DER DURCHBRUCH?

Er wechselt aus der zweiten Mannschaft des FC Bayern München nach Kiel. Anfangs tut er sich schwer, schließlich gelingt ihm der Durchbruch.

Fiete Arp hielt die Innenseite seines rechten Fußes hin und beförderte den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte ins Netz - der Rest war pure Freude.

Beim 3:0-Erfolg am Betzenberg sammelte der 23-Jährige mit seinem Torerfolg den dritten Scorerpunkt in der laufenden Spielzeit. „Ich komme gar nicht so gut ins Spiel rein, habe Glück, dass der Ball durchrutscht auf den zweiten Pfosten - das war zu dem Zeitpunkt ganz geil für uns“, sagte Arp zu seinem Treffer zum 2:0 bei Sky.

Der Stürmer gilt bei den Kielern aktuell als unverzichtbar, dabei war Arp in den beiden Vorsaisons noch ohne Stammplatz und kam trotz 50 Pflichtspieleinsätzen vermehrt als Joker zum Einsatz.

Derzeit ist er bei den Störchen kaum noch wegzudenken und hat maßgeblichen Anteil daran, dass sein Team nach 14 Spieltagen das norddeutsche Spitzentrio (hinter St. Pauli und dem HSV) auf einem Relegationsplatz komplettiert.

Ausbildung beim deutschen Rekordmeister

In seinen Jugendjahren spielte Arp für den Hamburger SV und wurde mit 17 Jahren zum jüngsten Bundesliga-Torschützen der Vereinsgeschichte. Der Youngster galt als großes Talent, wechselte 2019 unter großen Hype nach München und spielte zwei Saisons lang für die zweite Garde des FC Bayern. Dort gelang ihm der sportliche Durchbruch nicht, seit 2021 ist er in Kiel auf der Suche nach dem Weg in seiner Karriere.

So langsam scheint er ihn gefunden zu haben - auch weil er reflektiert: Nach dem Achtungserfolg über den HSV (4:2-Sieg am 11. November) sagte er im NDR: “Wir müssen das erstmal einordnen. Genau wie dieses Auf und Ab im Spiel.”

„Eigentlich, so Arp weiter, “war der Spielverlauf wie vor einem Jahr (Endstand 2:3 trotz Kieler Überlegenheit, Anm. d. Red.), jetzt waren wir reifer. Und ich war auch reifer”, erklärte der 23-Jährige.

Gegen seinen Ex-Verein sammelte Arp eine Torvorlage. Nach der Partie richtete er den Blick auf seine eigene Entwicklung: “Ich komme langsam in den Bereich, dass ich der Spieler bin, der ich gerne sein würde. Da bin ich noch nicht angekommen.”

Arp wird zum Publikumsliebling

Nach der Partie gegen den HSV wurde der laufstarke Arp (12,4 Kilometer und 39 Sprints) von den Holstein-Fans mit Sprechchören gefeiert - und er genoss es sichtlich. “Das ist lange her. Sehr lange. Wenn überhaupt, dann war es in Hamburg.”

Die Sprechchöre, sie waren auch Anerkennung für die Entwicklung, die Arp genommen hat: vom gehypten Hoffnungsträger beim HSV zum Talent, das sich in München nicht durchsetzen konnte, hin zu einem gereiften Profi.

In Kiel, so viel scheint klar, scheint sich Fiete Arp zu dem Fußballer zu entwickeln, der er schon vor einigen Jahren sein wollte. Gut möglich, dass ihn die Kieler Anhänger demnächst öfter mit Sprechchören beglücken.

2023-11-27T19:06:39Z dg43tfdfdgfd